︎            THOMAS TAUBE

       

STREAM



4K    74 Min.    2024
Film
Director Thomas Taube
Composition Gregor Pfeffer
Vocal Arrangement Pinkas Commichau
Color Grading Enrico Wittich
 
Acting Mona Vojacek Koper



STREAM explores perspectives on a forgotten subcamp of a concentration camp in Thuringia, Germany through various types of currents. In four projections, the work brings together biographical, societal, historical, and self-critical currents of cinematic storytelling. Four characters circle around a theme in a continuous flow of images and words, following their associative and respective logics. This theme could be anywhere, yet it specifically references connections to our immediate present.

Analogies and intersections emerge, as well as contradictions that question the role of the individual in a contemporary, complex global stream.

STREAM exists as a 4-channel video installation as well as in linear film format with a runtime of 74 minutes.



So much happens simultaneously in our consciousness - we see, hear, feel and smell at the same time, and yet we can only describe them one after the other. There are also our inner emotional states, which we can only ever approximate with terms for our feelings. Does being anxious feel the same for me as it does for someone else? This dilemma of our linguistic communication is one of the central themes of art: the urgency of finding expression, of communicating about things that cannot be grasped by language alone. In order to approach the realistic representation of this simultaneity of events and feelings, a form, a construction, is needed. In literature, as in film, it is the technique of the stream of consciousness that attempts to blur this boundary between narrative and reception to a minimum. The level of perception merges seamlessly into associations, the recipient participates directly in the narrator's stream of thought. Thomas Taube uses this technique in his cinematic narrative on a meta-level: STREAM is a narrative chord that creates a complex sound through the interaction of the individual tones that resonates for a long time.

Excerpt from “In the collective stream of consciousness“
by Johanna Adam




STREAM thematisiert anhand verschiedener Strömungsarten Perspektiven auf ein vergessenes KZ-Außenlager in Thüringen. In vier Projektionen lässt die Arbeit exemplarisch biografische, gesellschaftliche, historische und die selbstkritische Strömung des filmischen Erzählens aufeinander treffen. Vier Charaktere umkreisen in der Arbeit in einem kontinuierlichen Bilder- und Wortfluss, assoziativ und ihren jeweiligen eigenen Logiken folgend einen Themenkomplex, der einerseits überall sein könnte, andererseits jedoch höchst spezifisch auf Zusammenhänge unserer unmittelbaren Gegenwart verweisen.
Dabei entstehen Analogien und Schnittmengen, aber auch Widersprüche, die die Rolle des Individuums in einem gegenwärtigen, komplexen globalen Strom hinterfragt.

STREAM existiert als 4-Kanal-Videoinstallation und im linearen Single-Channel Format mit einer Laufzeit von 74 Minuten.


So vieles geschieht in unserem Bewusstsein parallel – wir sehen, hören, spüren und riechen gleichzeitig, und beschreiben können wir es doch nur additiv aufeinander folgend. Dazu kommen unsere inneren Gefühlszustände, die wir mit Begriffen für unser Empfinden stets nur annäherungsweise beschreiben können. Fühlt sich ängstlich sein bei mir genauso an wie für jemand anderes? Dieses Dilemma unserer sprachlichen Kommunikation ist eines der zentralen Themen der Kunst: Die Dringlichkeit, sich Ausdruck zu verschaffen, sich zu verständigen über Dinge, die sprachlich allein nicht zu fassen sind. Um sich der realistischen Repräsentation dieser Gleichzeitigkeit von Geschehnissen und Empfindungen anzunähern, braucht es eine Form, eine Konstruktion. In der Literatur wie auch im Film ist es die Technik des Bewusstseinsstroms (Stream of Consciousness), der diese Grenze zwischen Erzählen und Rezipieren bis auf ein wenigstes zum Verschwinden bringen versucht. Die Wahrnehmungsebene geht übergangslos in Assoziationen über, der Rezipient nimmt unmittelbar am Gedankenstrom der Erzählperson teil. Thomas Taube nutzt diese Technik in seiner filmischen Erzählung auf einer Metaebene: STREAM ist ein erzählerischer Akkord, der durch das Zusammenwirken der Einzeltöne einen komplexen Klang erzeugt, der lange nachhallt.

Ausschnitt aus “Im kollektiven Bewusstseinsstrom”
von Johanna Adam





STREAM
74 Min. / 4K / 2024
Dir.: Thomas Taube

w.: Mona Vojacek Koper 

Composition: Gregor Pfeffer
Editing: Thomas Taube
Color Grading: Enrico Wittich / Trickkiste Leipzig
Vocal Arrangement: Pinkas Commichau

Thanks to: Anett Dremel, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora / Torsten Blümel, Bürgermeister der Stadt Artern / Silvio Linke, Stadtarchivar Stadt Artern / Manja Braunsdorf und dem gesamten AC Germania Artern / Dr. Stefan Hördler, (Universität Göttingen / University of Huddersfield)
/ Thomas Köhler, Historisch-Technisches Museum Peenemünde / Markus Heinzelmann, Veit Meinitz, Verena Zucker, Susanne Marks-Felber und dem gesamten Theaterhaus Jena



© THOMAS TAUBE